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Als alternative Investmentanlage finden zunehmend auch Rohstoffe großes Interesse. Hierbei unterliegen die Kursentwicklungen von zum Beispiel Edelmetallen, Nahrungsmitteln, Energieträger oder auch Industriemetallen, völlig anderen Einflussfaktoren, als die einer normalen Aktie. Was in den 90-er Jahren nur institutionellen Anlegern vorbehalten war, kann heute auch von jedem Privatanleger erworben werden. Hier werden mit so genannten Rohstoff-Zertifikaten oder Optionsscheinen auf einen Rohstoff-Basiswert gehandelt. Wichtig hierbei ist, dass Derivate (z.B. Zerifikate, Optionsscheine) im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen nicht zum Bezug von Zinsen berechtigen, auch nicht zu Dividenden oder anderen regelmäßigen Erträgen! Es wird nur das Recht zum Besitz eines "Gegenstand" (zum Beispiel eines Rohstoffes), zu einem bestimmten Zeitpunkt und einem bestimmten Preis, in einer bestimmten Menge erworben.
Eine Anlage in Rohstoffen lohnt sich deshalb nur, wenn mit steigenden Preisen gerechnet wird. Also muss sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu Gunsten des Angebots verschieben, und damit auch zu Gunsten des Investors. Doch anders wie bei Aktien, da gibt es Vergleiche über das langfristige Potenzial einer Firma oder einer Branche, ist bei Rohstoffen der interessierte Anleger auf mehr Momententwicklung angewiesen. Denn die Preise bei Öl, Gold oder Stahl werden nur durch Angebot und Nachfrage berechnet. Das Investment in eine "Rohstoff-Aktie", also beispielsweise eines Minenbetreibers, umgeht zwar dies Problem, beinhaltet aber typische Aktien-Risiken (z.B.falsches Management, Unfälle, Unsicherheit bezüglich des wahren Wertes einer Mine bzw. des Unternehmens).Solange also der "Gegenstand", in den investiert wurde, von hohem Nutzen ist (zum Beispiel Öl), kann er theoretisch keinen Totalverlust erleiden, solange dieser einen Wert hat. Dies kann auch Auswirkungen auf andere Rohstoffhandelsgegenstände haben. Anhand von Fördermengen kann aber der heutige gute Ölpreis durch mehr Förderung rapide in den Keller gehen, und damit auch der Gewinn schrumpfen oder ausbleiben. Dazu kommen auch noch das Währungsrisiko. Wenn also der US-Dollar sinkt (Rohstoffe werden zumeist in US Dollar gehandelt), senkt das die Rendite in unserem EU-Land mit. Man kann das zwar mit einer kleinen Gebühr absichern, das kostet aber wieder extra (so genannte Quanto-Zerifikate).
Da ein Anleger oft zu bestimmten Zeiten einkauft und auch schon weiß, wann verkauft wird, kann es passieren, dass gerade an diesem Tag diverse negative Faktoren zu Buche schlagen und es sogar zu einem Minusgeschäft kommt. Trotzdem sind Geldanlagen in Rohstoffe, trotz der Risiken und Komplexität aus zwei wichtigen Gründen interessant: Erstens entwickeln sich Rohstoffpreise anders als der Aktien- oder Rentenmarkt. Wer also in Gold, Metalle, oder andere Rohstoffe investiert hat, der kann sich zumindest teilweise gegen Krisen am Aktienmarkt absichern. Und Zweitens gibt es recht hohe Renditen durch die steigenden Preise von Rohstoffen. Hinzu kommt eine erhebliche Nachfrage von wachsenden Industriestaaten wie China und Indien. Selbst der Altmetallmarkt boomt, und es werden Tonnen von recycelbaren Metallresten dorthin verschifft. Das liegt auch daran, dass nicht alle Rohstoffe unbegrenzt vorhanden sind, davon profitiert dann der Anleger.